Virtuelle Realität: Die Jobs der Zukunft?

Science-Fiction-Geschichten haben uns von einer vielversprechenden Zukunft träumen lassen, in der wir der Realität und allen Unannehmlichkeiten mithilfe von Technologie entfliehen können. Zum Beispiel hat uns Gibsons Roman Neuromancer schon vor der Erschaffung des Internets vom Cyberspace erzählt. In seinem Buch zeigt Gibson uns eine Welt, in der Menschen Körperimplantate verwenden und in einer virtuellen Welt navigieren können. Später nahm Matrix diese Idee einer immersiven virtuellen Realität wieder auf und ging noch viel weiter. Als eine neue Version von Platons Höhlengleichnis, bei dem Gefangene nur die an eine Wand projizierten Schatten sehen konnten, werden Menschen in der Matrix an einen Simulator angeschlossen und sind sich überhaupt nicht dessen bewusst, was tatsächlich passiert. Der Film stellt dem Publikum die Frage: Was wäre, wenn alles, was wir erleben, nur eine vorgetäuschte Lüge ist?

Virtuelle Realität Arbeitswelt

Bildquelle: Marco Verch

Von Zeit zu Zeit setzen einige abenteuerlustige Forscher auf eine dieser verrückten Ideen und diese Phantasien schleichen sich in unseren Alltag ein. Wenn dies geschieht, dann führt dies normalerweise zu einer tiefgreifenden Veränderung der Gesellschaft und diese neue Technologie bleibt für immer bei uns, wie der Computer. Heutzutage scheint es, dass die erweiterte und virtuelle Realität die Gadgets dieser Ära sein werden. Obwohl diese Technologien nicht vollkommen neu sind, so sind sie jetzt ausreichend herangereift, um mehr als nur ein ausgefallener Trend zu sein.

In den vergangenen Monaten haben wir die Auswirkung von Videospielen erweiterter Realität auf das Verhalten von Personen gesehen. Diese Technologien ändern die Gewohnheiten der Bevölkerung auf der ganzen Welt. Plötzlich verbringen einige von ihnen tausende Stunden damit, ihre Hunde spazieren zu führen, während andere in private Bereiche eindringen, nur um diese digitalen Tiere zu fangen. In den USA ist angeblich sogar das Übergewicht bei Kindern zurückgegangen!

Aber die Unterhaltungsindustrie ist erst der Anfang. Die Art und Weise, wie wir Geschichten erzählen und konsumieren, verändert sich vollständig. Einige Universitäten forschen bereits an immersiven Journalismus. Ausgestattet mit VR-Brillen und einigen Gadgets ist das Publikum in der Lage, Ereignisse aus erster Hand zu erleben. Somit kann die virtuelle Realität auch ein stärkeres Bewusstsein bezüglich einiger heikler Themen schaffen, da durch diese Erfahrung eine tiefere Empathie erzeugt wird. Stellen Sie sich einmal vor, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie in Guantanamo eingesperrt wären. Oder Sie wären im Irak, und zwar genau in dem Moment, in dem eine Bombe explodiert und die Stadt in Chaos versinkt? Die Journalisten werden ihren Stil an diese neuen Medien anpassen müssen.

Lernen und Arbeiten in Umgebungen mit virtueller Realität


Der Journalismus wird nicht der einzige Berufsbereich sein, der sich als Folge von virtueller Realität verändern wird. Auch Lehrer können diese neuen Werkzeuge nutzen. In der Matrix konnte Neo Kung-Fu in ein paar Sekunden dazulernen, indem er einfach ein Programm in seinem Gehirn heruntergeladen hatte. Danach hat er seine Kenntnisse bei Kämpfen mit Morpheus in einem virtuellen Szenarium perfektioniert. Könnte die virtuelle Realität somit dafür sorgen, dass der Lernprozess augenblicklich stattfindet? Nun ja, auch wenn der Prozess dadurch vielleicht beschleunigt wird, so ist ein unmittelbares Lernen noch weit davon entfernt, Wirklichkeit zu werden. Dennoch werden Medizinstudenten die Möglichkeit haben, Operationen durchzuführen, ohne das Risiko, eine reale Person auf ihren OP-Tischen zu haben, und noch dazu mit sehr realistischen Reaktionen!

Darüber hinaus werden andere Bereiche wie Gesundheitswesen von der erweiterten und virtuellen Realität profitieren. Psychologen und andere Fachkräfte können die Phobien ihrer Patienten behandeln, indem sie sie mit ihren Ängsten in einer kontrollierten und völlig sicheren Umgebung konfrontieren. Ebenso kann die virtuelle Realität die Rehabilitationstherapien von Patienten verbessern, die einen Schlaganfall erlitten haben, da sie im Vergleich zu anderen Methoden weniger invasiv sind. Google-Brillen wurden sogar schon dazu verwendet, um autistischen Personen dabei zu helfen, Gefühle zu erkennen!

Im Angesicht all dieser Veränderungen müssen Fachkräfte neue Sprachen künstlerischer Kreation verstehen, mindestens über Grundkenntnisse im Bereich Neurowissenschaft verfügen, umfangreichere Computerkenntnisse aufweisen und sogar  einige Programmiersprachen kennen. Zu den wichtigsten Dingen gehört jedoch die Fähigkeit, im Team zu arbeiten, da keine Person in der Lage sein wird, sämtliches für die Kreation und die Umsetzung dieser neuen Werkzeuge erforderliche Wissen abzudecken.

Die neue Ära von virtuellen Welten hat gerade erst begonnen und wir haben gezeigt, wie sich dies auf einige Jobs auswirken wird. Können Sie sich vorstellen, welche Folgen es für Ihren Job haben könnte?

Vielen Dank an Marco Verch, Fotograf des Bildes “VR Game The Climb: Oculus Rift mit Touch”.
Lizenz via Creative Commons License.

 für JobisJob

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