Die neusten Recruiting-Trends

Neue Vorgehensweisen und Methoden bei der Auswahl von Bewerbern.

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Das klassische Vorstellungsgespräch wird bald der Vergangenheit angehören. Ja, wirklich! Es sind tausende Artikel in Umlauf, in denen Ihnen Wort für Wort die besten Antworten für ein Vorstellungsgespräch diktiert werden. Verschiedene wissenschaftliche Studien empfehlen, sich in schlichten Farben zu kleiden, Ausdrücke wie „kreativ“, „motiviert“ oder „effizient“ zu vermeiden und den Personalchef mit einem festen Händedruck zu begrüßen. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Brille einen intelligenter aussehen lässt und dass Sie, wenn Sie zu dick oder zu dünn sind, fast zum beruflichen Scheitern verurteilt sind.

Letztlich müssen die Personalchefs zu Spitzhacke und Schaufel greifen, um die Persönlichkeit des Bewerbers zu ergründen, denn Kandidaten kleiden sich einer nach dem anderen in dunklem Grau, tragen Brillen und versichern, „sehr motiviert“ für die Arbeitsstelle zu sein. Damit wollen wir nicht sagen, dass es irrelevant ist, Richtlinien für die Vorbereitung eines Vorstellungsgesprächs oder der Fragen, die Ihnen sicherlich gestellt werden, zu vermitteln. Aber jeder Satz im Auswahlverfahren wird zu sehr analysiert und man spekuliert zu viel darüber, wie man sich verhalten und was man antworten sollte, sodass die Personalchefs mittlerweile davon gelangweilt sind, immer wieder auf das gleiche Problem zu stoßen: die Reaktionen der Bewerber sind gehemmt und die Natürlichkeit fehlt vollkommen. So ist es unmöglich, das zu bieten, was die Unternehmen in solchen Momenten am meisten suchen: die persönlichen Werte des Bewerbers.

Laut einer Studie der Agentur Factor Humano, verlieren die berufliche Erfahrung oder der  Lebenslauf für das Unternehmen an Bedeutung beim Anwerben von neuen Talenten. Heute schätzt man vor allem die Einstellung, Ehrlichkeit, Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Kurz gesagt: Wenn Sie weniger Kenntnisse aufweisen, aber vor Leistungswillen nur so übersprudeln, können Sie viele Punkte machen, um die Aufmerksamkeit der Personalchefs  auf sich zu lenken.

DIE ANGESAGTESTEN TECHNIKEN BEI DER PERSONALAUSWAHL

Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ihr reines „Ich“ mittels alternativer Auswahltests herauszufiltern, bei denen Ihre Spontanität (die so etwas wie eine riesige und phosphoreszierende Tür zu Ihren persönlichen Werten und Ihrem logischen Denken ist) getestet wird. Nachfolgend stellen wir einige der immer beliebter werdenden Methoden zur Personalauswahl vor: Einige von ihnen sind auf dem Arbeitsmarkt bereits sehr präsent, und andere befinden sich noch in der Prüfphase, versprechen aber (oder drohen damit) sich zu etablieren.

1.       „Erzählen Sie mir eine Geschichte” (aber kein Lügenmärchen, ja? Wir haben bereits erwähnt, wie wichtig Ehrlichkeit ist). Dieser Test zum Beispiel ist Teil der Auswahlverfahren der Unternehmensberatungsagentur Mc Kinsey & Company, die die Rangliste der Unternehmen mit den härtesten und komplizierten Auswahlverfahren anführt. Zunächst bittet die Person, die das Vorstellungsgespräch führt, dass Sie eine wahre oder erfundene Geschichte erzählen, die mit Führungsqualität, persönlicher Initiative oder anderen Werten, die das Talent und die fachliche Qualität begleiten, zusammenhängt. Einfallsreichtum, Kreativität, Erfindungsgabe…Es gibt so viel, was Sie auf diese Weise zeigen können! Wenn Sie Ratschläge dazu brauchen, wie Sie Ihre Kreativität steigern können, klicken Sie hier.

2.       Antworten auf verblüffende Fragen… Was immer Ihnen einfällt. Es geht darum herauszufinden, wie Ihr Gehirn tickt. ;) Andernfalls würde es keinen Sinn machen, einen Bewerber bei Google zu fragen „Wie viele Kühe es in Kanada gibt“ oder bei Dell zu fragen, „Welches Lied beschreibt Ihre  Arbeitsmoral am besten“. Aber es gibt Fragen, die völlig unsinnig zu sein scheinen. Was würden Sie auf Fragen wie „Wie bekommt man eine Giraffe in einen Kühlschrank“ oder „Würden Sie lieber gegen eine Ente von der Größe eines Pferdes oder gegen 100 Pferde von der Größe einer Ente kämpfen“ antworten? Wir geben zu, dies sind absurde Fragen, aber sie können Ihre Fähigkeit, schwierige Herausforderungen zu bewältigen und konkret zu sein aufzeigen.

3.       Rollenspiel. Für ein paar Minuten (die Ihnen wie Jahrhunderte vorkommen können, wenn der Arbeitgeber sich richtig Mühe gibt) haben Sie einen bestimmten Job und müssen in dieser Rolle eine Reihe Situationen meistern. Zum Beispiel, sind Sie dann Flugbegleiter/in und während des Fluges bekommt ein Passagier (der Personalchef natürlich) eine Panikattacke. Oder Sie sind Sicherheitsbeamter/beamtin in einer Bank und müssen einen Konflikt mit einem verärgerten Kunden lösen. Aber Sie müssen nicht immer in eine Rolle schlüpfen! Manchmal spielt Ihnen lediglich das Unternehmen eine fiktive Situation vor. Schauen Sie sich dazu das Video des Auswahlverfahrens von Heineken  an, und genießen Sie!

4.       Die Gruppe im Fokus. Alle Bewerber, die sich auf eine Stelle beworben haben, sind in einem Raum vereint. Der Personalchef stellt verschiedene Fälle vor, die mit der Ausübung der zu besetzenden Stelle zu tun haben. Dies können Fragen sein, die direkt einem bestimmten Bewerber gestellt, oder die in den Raum geworfen werden. Stellen Sie sich zum Beispiel eine Gruppe von Bewerbern auf die Stelle als Verkaufsangestellter bei Inditex vor, die erklären, wie sie auf einen wütenden Kunden reagieren würden, der darauf besteht, ein Kleidungsstück zurückzugeben. Das Unternehmen kann in diesem Fall ein Team von Beobachtern hinzuziehen, das die Reaktionen und die Beteiligung eines jeden Bewerbers analysiert.

5.       Kaffee und Einstellung. Das Vorstellungsgespräch wird zu einer Veranstaltung oder gar Messe: Die Agentur oder das Personalunternehmen, die üblicherweise diese Art von Initiativen organisieren, vereinen die Personalchefs von verschiedenen Unternehmen und die Bewerber in einem informellen und entspannten Ambiente, bestens geeignet, um Ihre beste Seite zum Vorschein kommen zu lassen.

6.       Neurotechnologie. Die Zukunft? Mit ihrem Projekt Adlove ist die Werbeagentur TBWA aus Istanbul Vorreiter bei der Anwendung von Neurotechnologie bei der Personalauswahl. Sie haben einen Angestellten gesucht, der seine Arbeit liebt, also wendeten sie bei ihren Bewerbern das Elektroenzephalogramm an, um empirisch die Emotion herauszufinden, die Werbung erzeugt. Und mit diesen Ergebnissen wählten sie ihren neuen Angestellten. Aber meiner Meinung nach besteht das Risiko der Neurotechnologie darin, dass diese außer, dass sie das Nervensystem analysiert, zudem auch in der Lage ist, dieses zu beeinflussen: Der Film “Uhrwerk Orange” von Stanley Kubrick spricht diese Bedrohung an, wenn auch auf extreme Weise…Was ist mit Ihnen, glauben Sie an die Möglichkeiten dieses Systems, um jemanden einzustellen?

Viel Glück bei Ihren zukünftigen Vorstellungsgesprächen, aber vor allem anderen…Natürlichkeit!

Anmerkung: Sie sind bestimmt neugierig, die Antwort auf die Frage, wie man eine Giraffe in den Kühlschrank bekommt, zu erfahren, stimmt´s? Wie wir schon gesagt haben, wichtig ist, wie Sie reagieren. Sie können mit Gegenfragen antworten wie: Ist die Giraffe tot? Wie groß ist sie? Welche Größe hat der Kühlschrank? Und nein…wir wissen nicht, wie viele Kühe es in Kanada gibt…, aber Sie können es in Erfahrung bringen…indem Sie bei Google suchen!
Bild von: César Poyatos

 für JobisJob

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