Sharing Economy und Trends der Arbeitsbereiche: Interview mit Spacebase

Neben den überraschenden und innovativen Büros, die heutzutage zu finden sind, kommt ein weiterer neuer Trend der Arbeitsbereiche aus der Sharing Economy. Gegenüber den festen Arbeitsräumen, in denen die Unternehmensmitarbeiter ihre Tätigkeit ausführen, erscheinen nun diese neuen Räume für die temporäre Nutzung. Dieses neue Konzept verändert die Zugehörigkeitsverhältnisse und die Interaktion von verschiedenen Teilnehmern. Allerdings bietet es auch Veränderungen und Vorteile für das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Um die Auswirkungen dieses neuen Paradigmas der Arbeitswelt zu analysieren, haben wir Julian Jost, CEO von Spacebase, interviewt. Spacebase ist eine auf dem B2B-Modell basierte Buchungsplattform für private Veranstaltungen und Meetings, die auch vielfältige Extras für Arbeitsprozess bietet.

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Wie nutzt Spacebase das Konzept der Sharing Economy? Die Räume, die auf unserer Plattform angeboten werden, gehören nicht uns, sondern werden über uns vermittelt. Im Prinzip funktioniert Spacebase ähnlich wie AirBnb, nur das bei uns Geschäftskunden im Fokus stehen. Aber die Idee ist eine ähnliche: Räume, die sonst leer stehen würden, können bei uns angemietet werden und so genutzt werden. Der Mieter kann so einzigartige Locations buchen und die Vermieter können sich etwas dazuverdienen, wenn sie ihre Räume nicht selbst nutzen.

Auf welche Art und Weise wollen Sie Meetings verändern? Was ist Ihr Ziel?

Julian Jost: Meetings sind in vielen Unternehmen unbeliebt, sie gelten als Zeitverschwendung. Oft wird in ihnen lang und breit diskutiert, ohne dass am Ende wirklich etwas passiert. Dabei sind Meetings eine super Möglichkeit, kollaborativ Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Wir wollen die negative Assoziationen von Meetings in positive ändern und sie zu etwas machen, auf das sich alle Teilnehmer freuen. Dazu haben wir eine Buchungsplattform gebaut, über die man unkompliziert eine Vielzahl außergewöhnlicher Räumlichkeiten über das Konzept der Sharing Economy mieten kann.

Welche positiven Wirkungen hat das Anmieten externer Räume auf Firmenmeetings? Und auf die Leistungen von Mitarbeitern selbst?

Es gibt eine Vielzahl positiver Konsequenzen. Die erste ist eine psychologische: Wenn ein Manager für ein Brainstorming Meeting extra einen externen Meetingraum mietet, signalisiert er damit den Teilnehmern, dass das Treffen von größerer Wichtigkeit ist. Viele Kunden sagen uns auch, dass sie solche Meetings als einen Ausbruch aus dem Arbeitsalltag verstehen. Das wirkt sich positiv auf die Motivation aus. Und eine ungewohnte Umgebung kann helfen, Probleme aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Eine andere Folge hängt mit den Räumen selbst zusammen: Viele sind besonders innovativ konzipiert und inspirieren die Teilnehmer mit Spielzeugen, Materialien für Prototypen oder Equipment wie interaktiven Tafeln zu kreativen Ideen. Oft werden unsere Räume deshalb von Teams gebucht, die Innovationsworkshops veranstalten oder auf der Suche nach Inspiration sind.

Kann man Räume auch für Recruitment Prozesse mieten?

Die Räume kann man nutzen, wofür man will. Und unsere Kunden werden auch oft kreativ, was die Nutzung angeht. Wir haben zum Beispiel einige Fotostudios im Angebot, die für Fotoshootings, dank ihrer hohen Decken und minimalistischen Designs aber oftmals auch für kleinere Events oder Produktpräsentationen gemietet werden. Ich denke, dass es für Recruiter sehr interessant sein kann, Kandidaten in einer anderen Umgebung als dem eigenen Büro zu interviewen. Beispielsweise, um ihre Reaktion in ungewohnten Umgebungen und Situationen zu testen. Oder auch, um dort ein Kundengespräch zu simulieren oder technische Fähigkeiten zu analysieren.

Welche Trends sind bei der Buchung von Meetingräumen zu sehen? Welche Meetingraum-Anfrage war für Sie die eigenartigste?

Ein interessanter Trend ist, dass unsere Kunden mehr und mehr dazu neigen, jene Spaces zu mieten, die gar nichts mehr an das klassische Besprechungszimmer erinnern, sondern eher an ein Wohnzimmer oder an einen Spielplatz für Erwachsene erinnern. Ein anderer Trend ist, Workshopräume für private Events zu nutzen. Eine Anfrage, die uns sehr überrascht (aber auch gefreut) hat war, als vor kurzem eine sehr bekannte, oscargekrönte Schauspielerin über uns eine Loft in Paris gebucht hat, um dort ihren Geburtstag zu feiern.

Kann sich das jeder leisten?

Im Vergleich zu traditionellen Meetingräumen sind die Spacebase Locations um bis zu 40% preiswerter. Besprechungsräume gibt es bei uns schon ab 10€ pro Stunde. Die Preise unserer Spaces werden aber nicht von uns festgelegt, sondern von den Besitzern der Locations.

Wie hat sich der Gebrauch diesen Modells in den letzten Jahren entwickelt? Was die Zukunft betrifft, welche sind die nächsten Schritte?

Anfangs war unsere größte Herausforderung, potentielle Kunden vom Mehrwert unseres Geschäftsmodells zu überzeugen. Inzwischen ist das leichter geworden, weil immer mehr Firmen experimentierfreudiger werden und aktiv nach Möglichkeiten suchen, ihre bestehenden Praktiken neu zu gestalten. Nachdem wir uns in den letzten Monaten vornehmlich darum gekümmert haben, neue Locations zu rekrutieren konzentrieren wir uns momentan auf die Optimierung der Prozesse. Unser Ziel ist es, zu einem “One Stop Shop” zu werden, in dem man für ein Meeting nicht nur die passende Räumlichkeit findet, sondern auch Serviceleistungen wie Catering oder Übernachtungen buchen kann. Ein erster Schritt in diese Richtung ist unser Spacebase Shop, über den man technisches Equipment für sein Meeting oder seinen Workshop mieten kann. Wir lernen viel aus dem Feedback unserer Kunden und werden unser Produkt weiter verbessern, um ihnen möglichst viel organisatorische Arbeit abzunehmen, damit sie sich auf die inhaltlichen Aspekte ihrer Meetings konzentrieren können.

 für JobisJob

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