Internationale Karriere: So mobil ist der Arbeitsmarkt

LinkedIn veröffentlicht Daten zur Mobilität von Arbeitnehmern und ist dabei auf eine interessante Verlagerung bezüglich des globalen Wettbewerbs um Talente gestoßen.

Global arbeiten

Viele Personen aus meinem engeren Freundeskreis – grob geschätzt vielleicht die Hälfte – arbeiten nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden. Schuld haben in den wenigsten Fällen die Eltern, die nach der Geburt meiner Freunde in ein anderes Land gezogen sein könnten, sondern weitgehend meine Freunde selbst, die sich dank nötiger Ressourcen, Karriereaussichten und Abenteuerlust auf in „fremde Länder“ gemacht haben. Eine Generation, die zum Teil wegen der besseren aber hauptsächlich aufgrund der interessanteren Berufsaussichten ins Ausland geht.

Dabei scheint mir, dass meine Freunde die Absicht haben, für höchstens ein paar Jahre in Singapur, der Schweiz, den USA oder Ghana zu bleiben, um dann mit interkultureller Arbeitserfahrung im Gepäck wieder zurückzukehren. Ob dieser Plan wohl aufgeht?

Generation Y, die mobilen Arbeitnehmer?


Der Akademikernachwuchs der Generation Y ist dank Erasmus, ECTS (European Credit Transfer System) und dem DAAD nicht nur während der Ausbildung mobil. Viele, die erst einmal auf den Geschmack gekommen sind, zieht es auch beruflich erneut in die Ferne. Einige kalkulieren ganz genau und wissen, dass sich bestimmte Stationen im Ausland hervorragend auf Ihrem Lebenslauf machen. Andere stolperten eher in die „Job-im-Ausland-Situation“ hinein. Sie haben nach dem Auslandsstudium einen Job in der gleichen Stadt gefunden, sind dem Partner hinterhergezogen oder haben intern eine Stelle mit interessantem Expat-Package angeboten bekommen und sie angenommen, da sie noch ungebunden waren und wussten, dass sie das in fünf Jahren wohl nicht mehr täten. Könnte doch eigentlich jedem passieren, oder?

LinkedIn hat dazu im Mai 2014 einen interessanten Artikel veröffentlicht. Aus dem geht hervor, in welchen Branchen mobile LinkedIn-Mitglieder normalerweise arbeiten und welche Fähigkeiten sie am häufigsten angeben. Die Daten basieren auf Angaben von LinkedIn-Mitgliedern aus 20 Ländern, einschließlich Deutschland und der Schweiz. Auch wenn sich die meisten Deutschen wohl weiterhin bei Xing tummeln, kann man annehmen, dass sich der mobile Arbeitnehmer zusätzlich bei LinkedIn vernetzt.

Folgende Kompetenzen gaben die mobilen LinkedIn-Mitglieder am häufigsten an:

  1. Social Media Marketing
  2. Maschinen- und Raumfahrttechnik
  3. Java Development
  4. Life Science
  5. Militär, Verteidigung und nationale Sicherheit
  6. Übersetzung von Fremdsprachen
  7. Politik und Internationale Beziehungen
  8. Software Engineering Management
  9. Groß-und Einzelhandel
  10. Management, Consulting, Business Strategy und Analysis

LinkedIn-Mitglieder der folgenden Branchen ziehen besonders häufig für die Karriere um:

  1. Technology – Software
  2. Medien und Unterhaltung
  3. Dienstleistungen
  4. Öl und Energie
  5. Regierung, Erziehung und Non-Profil

Weniger häufig ziehen Menschen, die in folgenden Branchen oder Sektoren arbeiten, um:

  1. Produktion
  2. Architektur und Ingenieurwesen
  3. Technologie – Hardware
  4. Transport
  5. Telekommunikation

Das Arbeiten innerhalb der Europäischen Union war noch nie so einfach. Mobilität und Flexibilität wird von der EU klar gefördert. Aber auch weltweit stehen einem mit dem richtigen Reisepass und einem gefragten Beruf viele Karrieretüren offen. Eine internationale Karriere gelingt jedoch meist nur, wenn man bereits Auslandserfahrung gesammelt hat und zumindest durchschnittliche Kenntnisse der englischen Sprache besitzt.

Das Blatt hat sich gewendet


Um mobile Spezialisten wird in Zeiten von Fachkräftemangel besonders konkurriert. Ebenso müssen Regierungen eigene Talente fördern und binden, was vielen Industrienationen bis jetzt relativ gut gelungen ist. Entwicklungs- und Schwellenländer verlieren den Kampf um gut ausgebildete Spezialisten prozentual häufiger: Trotz vermehrten Investitionen ins Bildungssystem, um Talente zu fördern und die globale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, wandern Talente aufgrund der besseren Berufsaussichten häufig ins Ausland ab. Nach Angaben von LinkedIn geht die „Braindrain-Rechung“ bezüglich Schwellenländer jedoch mittlerweile nicht mehr hundertprozentig auf. Auf Platz 1 der Länder, die mehr LinkedIn-Mitglieder gewannen als verloren, sind die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von der Schweiz, Saudi Arabien, Nigeria, Singapur und Süd-Afrika. Schwellenländer haben in diesem Ranking von LinkedIn ganz klar die Nase vorn.

LinkedIn Studie Arbeitnehmermobilität

Quelle: LinkedIn 2014

Folgende zwei Punkte sind besonders interessant


list_ok Deutschland und Schweden sind die einzigen EU-Mitgliedsstaaten, die 2012-2013 mehr Arbeitnehmer gewannen als welche zu verlieren. Den Angaben LinkedIns zufolge kamen 60% der Zuwanderer in Deutschland aus anderen EU-Staaten und arbeiteten hauptsächlich in den Bereichen Ingenieurwesen und Forschung. Es tut sich also etwas bezüglich der Bekämpfung des Fachkräftemangels!

list_ok Laut LinkedIn sind besonders viele Mitglieder in die Vereinigten Arabischen Emirate gezogen. Weit über die Hälfte (75 %) kamen dabei nicht aus Ländern des Mittleren Ostens und rund 40 % gaben „Manager“ oder höhere Jobtitle an. Schwellenländer ziehen stark an und es sind nicht mehr ausschließlich die großen Industrienationen, die den Wettbewerb um globale Talente gewinnen!

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 für JobisJob

Ein Gedanke zu „Internationale Karriere: So mobil ist der Arbeitsmarkt

  1. Pingback: Globalisierung der Arbeitswelten – welche Chancen ergeben sich für Fachkräfte in Deutschland? | Munich Business School Blog

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