International arbeiten, ohne interkulturelle Kompetenzen?

Wer mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen oder für ein international agierendes Unternehmen zu arbeiten, der wird sicherlich mehr als einmal an seine Grenzen stoßen und sich fragen, „was bitte läuft hier falsch und überhaupt, wie kann man nur so reagieren?“. Es tut uns jetzt sehr leid, das so direkt sagen zu müssen, aber nicht der Kollege tickt hier falsch, er tickt einfach nur anders. Interkulturelle Kompetenzen helfen, in ähnlichen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren.

Interkulturalität, was ist das eigentlich?


„Kultur” ist eines der kompliziertesten Konzepte überhaupt (Gedanke angelehnt an Raymond Williams’ Zitat, „culture is one of the two or three most complicated words in the English language”). Also nicht ohne Grund fragen wir uns, was ist „Interkulturalität“, wenn sich „Kultur“ schon nicht definieren lässt?

Interkulturelle Kompetenz

Abstrakt aber einfach gehalten lässt sich Interkulturalität als einen Zustand beschreiben, bei dem verschiedene kulturelle Hintergründe aufeinandertreffen. Verschiedene Hintergründe und Meinung stellen natürlich in erster Linie eine große Bereicherung dar. Da Menschen, die ähnlich sozialisiert wurden mehr gemeinsam haben, können unterschiedliche Hintergründe aber auch zu Differenzen führen. Kulturelle Unterschiede, ob Nationalität oder Lebensform, können nur richtig interpretiert werden, wenn Gesprächspartner über interkulturelle Sensibilität und Kompetenzen verfügen.

Wie erlangt man interkulturelle Kompetenz?


Ein Mensch besitzt interkulturelle Kompetenzen, wenn er in der Lage ist kulturelle Hintergründe zu erkennen, sie richtig zu interpretieren und effektiv mit ihnen umgehen kann. Aber auch interkulturelle Kompetenzen sind natürlich kulturspezifisch und es gibt nicht den einen Weg, interkulturelle Fähigkeiten zu entwickeln.

Interkulturelle Kompetenzen und KonflikteEmotionale Intelligenz und vor allem Erfahrung mit der anderen Kultur sind wichtig. Ebenso bedeutsam sind gängige soziale Kompetenzen, wie Respekt und Empathie. Ein Mensch, der nicht bereit ist, die Meinung anderer Menschen zu akzeptieren, wird mit einer Konfliktsituation im interkulturellen Kontext nicht umgehen können, auch wenn er noch so viele Kurse und interkulturelle Trainings belegt hat. Flexibilität und die eigene Komfortzone sind hier Schlüsselkonzepte. Auch einfach besser zuzuhören und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, kann, wie unser vorheriger Blogbeitrag anschaulich verdeutlicht, nicht nur bei interkulturellen Konflikten am Arbeitsplatz die Lage oftmals entschärfen.

In der Forschung wird darüber debattiert, ob und wie man einen interkulturellen Konflikt analysiert und inwieweit er überhaupt von interpersonellen Konflikten abzugrenzen ist. Um allgemein kompatibel zu sein, sollte man also zuallererst an folgenden Schlüsselkompetenzen arbeiten:

  • Respekt
  • Empathie
  • kritisches Denken
  • Teamfähigkeit
  • LernbereitschaftEisbergmodell

Danach ist es unabdinglich, Erfahrung im Umgang mit der jeweiligen anderen Kultur zu haben. Bräuche und Sitten sind einfach zu erlernen und zu verstehen. Nicht aber tief verwurzelte Moralvorstellungen, Annahmen oder Traumata einer Gesellschaft. Das Eisberg-Modell veranschaulicht sehr gut, dass wir oftmals lediglich einen Bruchteil unseres kulturellen Hintergrundes klar kommunizieren können.

Interkulturalität am Arbeitsplatz


Bedeutender Wissenschaftler der Interkulturalität am Arbeitsplatz ist Geert Hofstede. Der Holländer bewältigte es, verschiedene Kulturdimensionen zu definieren, wie zum Beispiel „Machtdistanz“ (den Grad der Unterwürfigkeit gegenüber Vorgesetzten) oder „Individualismus“ und „Kollektivismus“, welche besagen, dass einige Gesellschaften eher darauf aus sind, dass jemand als Individuum seinen Weg geht, andere aber ein ausgeprägtes Gruppengefühl haben, bei dem das Kollektiv als wichtiger empfunden wird als individuelle Interessen.

Es ist durchaus möglich, sich weiterzubilden und somit rezeptiver für interkulturelle Prozesse zu werden. Verschiedene Institutionen geben Kurse im Bereich interkulturelle Kompetenz.

Neugierig geworden? In einem weiteren Blogbeitrag beschäftigen wir uns eingehender mit den verschiedenen Kulturdimensionen am Arbeitsplatz von Geert Hofstede.

 für JobisJob

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