HR-Themen 2014: Viele Konzepte und wenig Maßnahmen?

HR-Report 2013/2014 des IBE (Institut für Beschäftigung und Employability) im Auftrag von Hays Deutschland.

Das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) führte im Auftrag von Hays eine interessante HR-Studie durch, welche dank empirischer Daten belegt, was viele schon immer geahnt hatten. Es wurden Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt und als Ergebnis lassen sich die wichtigsten HR-Themen 2014 umranden, welche außerdem Schwachstellen in Unternehmen aufführen.

Die zukünftig wichtigsten Handlungsfelder von HR- und Unternehmensverantwortlichen:

Hays-Report• Mitarbeitergewinnung

• Mitarbeiterbindung (Employer Branding)

• Förderung der lebenslangen Beschäftigungsfähigkeit

• Work-Life-Balance

• Führung

• Frauenförderung

Unternehmen in Österreich und der Schweiz beklagten sich über einen Mangel an IT-Experten, Forschungs- und Entwicklungsmitarbeitern sowie Arbeiter im Bereich Konstruktion. In Deutschland werden bekanntlich ebenfalls weiterhin Fachkräfte und Auszubildende gesucht, wobei kleinere Unternehmen oft größere Probleme haben, offenen Stellen zu besetzen. Allgemein stagniert die Anzahl an freien Stellen, da Zahlen zwar positiv, aber im Vergleich zum Vorjahr negativer ausfallen. Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Umfrage von Manpower, welche die Beschäftigungstrends für das Jahr 2014 untersuchte. Um Mitarbeiter zu gewinnen, werden laut Hays-Report vornehmend Webkanäle eingesetzt, wobei die sozialen Medien noch wenig genutzt werden, aber den am stärksten Wachsende Rekrutierungskanal darstellen. Printmedien scheinen weiterhin relevant, weniger jedoch als Messeauftritte, die eigenen Mitarbeiter oder externe Dienstleister.

Bezüglich Mitarbeiterbindung setzen Unternehmen vornehmend auf eine positive Unternehmenskultur und ein gutes Betriebsklima. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie flexible Arbeitszeitmodelle haben die Beschäftigungssicherheit als wichtiges Konzept abgelöst. Fraglich bleibt, ob diese Konzepte zur Mitarbeiterbindung bereits effizient von Unternehmen umgesetzt werden.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass größeren Unternehmen mehr Ressourcen für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit zur Verfügung stehen, was aber nicht heißen soll, dass kleine und mittelständische Unternehmen die Förderung von Beschäftigungsfähigkeit als weniger wichtig ansehen.

Alle Altersklassen gaben vergleichbare Antworten zur Work-Life-Balance, welche mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeitmodelle umfasst. Frauen empfanden sie als generell wichtiger als Männer und größere Unternehmen sind mobilen Modellen meist positiver gegenüber eingestellt und investieren auch in der Regel mehr in gesundheitsfördernde Maßnahmen.

Von Führungspersonen wird verlangt, dass sie den Mitarbeitern Freiräume schaffen, ein offenes Ohr haben und für harmonische Teams sorgen. Weitere Konzepte, die auch in Zukunft wichtig bleiben sind Feedback und das Einnehmen einer Vorbildfunktion.

Schwerpunkt der diesjährigen Studie war das Thema Frauenförderung. Der Hays-Report betont, dass sich deutsche Firmen auf die Konzepte „Geschlecht“ und „Alter“ beschränken, wenn von „Diversity“ (Vielfalt) im Unternehmen die Rede ist. Was die Förderung von Frauen angeht, beschränken sich Unternehmen derzeit auf flexible Arbeitszeitmodelle, um eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu garantieren. Nachholbedarf besteht demnach in puncto Sensibilisierung bezüglich der bestehenden Denkmuster, welche eine flächendeckende Gleichberechtigung hemmen. Aus der Studie wird sichtbar, dass es trotz öffentlicher Debatte immer noch an wichtigen Maßnahmen fehlt, die zum Beispiel Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung positiv fördern würden.

Kennen Sie Projekte oder Unternehmen, die Anstöße geben und bei denen betriebliche Rahmenbedingungen Minderheiten aktiv fördern? Vielleicht müssen positive Beispiele einfach häufiger an die Öffentlichkeit gelangen, um dann kopiert zu werden!

 für JobisJob

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