Die Work-Life-Balance des 21. Jahrhunderts

telephoneDie Idee einer Work-Life-Balance ist relativ neu und hat sich über die Jahre stark entwickelt. Vor der industriellen Revolution ging es hauptsächlich darum, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, die meisten lebten von der der Hand in den Mund, und in England, da wurde die Freizeit schon früher am liebsten im Wirtshaus verbracht, um „für einen Pfennig betrunken, und für zwei sternhagelvoll“ zu sein, wie viele englische Anzeigen damals lauteten: „drunk for one penny, dead drunk for two“.  Während des Krieges dann waren viele Männer an der Front und Frauen mussten sich als pflichtbewusste Mutter, Hausfrau, Fabrikarbeiterin und als Freiwillige einbringen, hatten berufliche und familiäre Verpflichtungen. Beiden Geschlechtern blieben wirklich geregelte arbeitsrechtliche Verhältnisse vergönnt. In den 50ern waren die Rollen größtenteils wieder streng verteilt, in den 70er Jahren wurde es zusehends üblicher, dass beide Elternteile einer bezahlten Beschäftigung nachgingen, und die Idee, dass es wichtig sei, ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben herzustellen nahm immer mehr Form an.

Transportieren Sie diesen Verlauf ins 21. Jahrhundert. Wie kann es sein, dass heutzutage, da wir mehr Freiheit, Rechte, Wahlmöglichkeiten und Flexibilität besitzen als jemals zuvor, das Stressniveau nicht sinkt sondern weiter zuzunehmen scheint?

Zwei häufig genannte Faktoren kommen einem in den Sinn, die in den letzten Jahren immer mehr überhandgenommen haben: 1) eine chronische Unfähigkeit “Nein” zu sagen und 2) eine lähmende Angst davor, etwas zu verpassen.

Mobiltelefone und auch das Internet zu Hause machen es schwieriger denn je,  ”Nein” zu sagen. Smartphones zum Beispiel beanspruchen einen Großteil unserer Zeit. Laut dem US-amerikanischen Unternehmen SOASTA überprüfen 84 % der Bevölkerung nach dem Aufstehen als erstes eine App. Und diesen Drang nach Antworten und Beachtung tragen wir den ganzen Tag mit uns herum.

Zweitens haben wir heute viel mehr Wahlmöglichkeiten in unserem Leben. Oft haben wir die Qual der Wahl und sind dabei unsere schärfsten Kritiker. Die sozialen Medien und Magazine regen uns an zu vergleichen. Wie oft haben Sie nachgesehen, was bei den anderen bei Facebook steht und fanden, dass Ihre eigenen beruflichen und privaten Lebensumstände zu wünschen übrig lassen?

Work life balance

Es gibt eine neue Antwort. Eine Work-Life-Balance im 21. Jahrhundert zu erzielen bedeutet, das Selbstvertrauen zu entwickeln, um Forderungen von anderen abzulehnen und den Wahlmöglichkeiten nachzugehen, die Sie möchten, wie ins Fitnessstudio gehen und Zeit für sich einzuplanen. Nachfolgend geben wir Ihnen ein paar Tipps, wie Sie dies erreichen können:

Das Aufrechterhalten einer erfolgreichen Work-Life-Balance in der Smartphone-Ära


1.      
Wie man Nein sagt (oder nicht alles beantwortet)

Eine Freundin von mir antwortet nie auf E-Mails oder SMS. „Wenn es wirklich wichtig ist“, sagt sie, „werden sie anrufen“. Daraufhin haben sich ihre Freunde und Familie sich daran gewöhnt, sie bei wichtigen Angelegenheiten anzurufen, und den Unsinn zu lassen, wenn es nicht wirklich notwendig ist. Und auch wenn sie vielleicht den gelegentlichen Kontakt zu Personen verliert, die sie sowieso so gut wie nie sieht, bleiben diejenigen, die sie wirklich gerne haben, trotzdem ihre Freunde. Was können wir von ihrem Beispiel lernen?

  • Answering SmartphoneHeutzutage, da wir E-Mails, Facebook und Whatsapp überall dabeihaben können, ist es verlockend, die Grenzen zwischen Arbeit und Zuhause verschwimmen zu lassen.
  • Das Vermitteln einer klaren Erwartungshaltung sorgt dafür, dass die Menschen ihr Verhalten entsprechend anpassen. Dies ermöglicht Ihnen, dass Sie mit Ihrer Zeit das machen können, was Sie wollen und das Leben so leben können, wie Sie es möchten. Wenn Sie regelmäßig berufliche E-Mails von Zuhause aus verschicken, oder umgekehrt, ist die Botschaft nicht klar.
  • Ruft Ihre Arbeitsstelle Sie immer an, wenn Sie zuhause sind? Es gibt eine einfache Lösung: gehen Sie nicht mehr ran. Sie werden überrascht sein, wie schnell sie sich anpassen, um die von ihnen benötigten Informationen während der Arbeitszeiten zu erhalten.
  • Wenn Sie merken, dass Sie stets Ihr berufliches E-Mail-Konto nach der Arbeitszeit oder in den Ferien abrufen, hören Sie auf damit. Das mag am Anfang seltsam sein, aber Sie werden bald merken, dass die Welt deswegen nicht untergeht.
  • Auch wenn Sie in Ihrer derzeitigen Position weiterkommen wollen, werden Sie lernen müssen, “Nein” zu sagen zu der konstanten Überflutung an E-Mails und Facebook/Whatsapp Nachrichten, die wir täglich erhalten. Scheuen Sie sich nicht davor, Nachrichten nicht zu beantworten, die für Sie nicht von Bedeutung sind.
  • Ihr Verhalten zu ändern kann beängstigend sein und Sie werden wahrscheinlich anfangs auf Abwehr stoßen. Lassen Sie sich nicht beirren und sagen Sie mit einem Lächeln, dass Sie das Gefühl hatten, dass der zusätzliche Kontakt unnötigerweise in Ihr privates/persönliches Leben eingreift. So oft wiederholen, wie nötig.
  • Wenn es Ihnen schwer fällt, Nein zu sagen, könnte das Abschalten Ihres Telefons eine gute Lösung sein. Den „Flugmodus“ einzuschalten kann besonders nützlich sein, um das Internet zu blockieren, und vergessen Sie nicht, dass Whatsapp Nachrichten zum Schweigen gebracht werden können. Sie können auch berufliche E-Mail-Konten von Ihrem Mobiltelefon löschen, falls gewünscht.

2.       Seien Sie Herr Ihrer Entscheidungen

Ich habe eine Liebe-Hass-Beziehung zu meinem Facebook Feed. Auch wenn es toll ist zu sehen, was bei jedem los ist, kann es zu schnell zum Beurteilen und zum Vergleichen führen, und man ist leicht einem Angriff von Neider ausgesetzt. Wenn Sie die fantastischen Partys, Karrieremöglichkeiten, Urlaube und Beziehungen sehen, die jeder (anscheinend) erlebt, kann dies zu Stress führen, in dem Bemühen, zu viele Dinge abdecken zu wollen und Ihre Energie für Aktivitäten einzusetzen, die nicht wirklich gut für Sie sind. Kommt Ihnen der Ausspruch „Ich habe gerade so viel zu tun!“ bekannt vor? Vielleicht möchten Sie einmal über folgendes nachdenken…

  • stressWas ist das Minimum, das Sie tun müssen? Denken Sie darüber nach, welche Ihrer Verpflichtungen wirklich äußerst wichtig sind und fühlen Sie sich gestärkt durch das Wissen, dass alles andere, was Sie tun Ihre Sache ist.
  • Die meisten von uns müssen ein Gehalt beziehen um Rechnungen zu bezahlen. Aber Sie müssen mit 23 Jahren kein Multi-Millionär sein (oder auch nicht mit 63 Jahren), insofern dies keine Priorität von Ihnen ist. Und Sie müssen auch nicht auf jede Party gehen, und auch nicht jede Mahlzeit selbst zubereiten. Stecken Sie Ihre Energie in Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind.
  • Wichtig ist, dass Zeit zum Entspannen und Zeit für Ihre Liebsten bleibt, und dass Sie am Montagmorgen in der Lage sind motiviert aufzustehen.
  • Wir alle müssen manchmal Dinge tun, die wir nicht tun wollen. Aber diese Dinge sollten Teil eines überdachten langfristigen Plans sein und sollten letztendlich erkennbare positive Vorteile bringen.
  • Auswahl und Flexibilität bedeuten auch einen zusätzlichen Druck. Freiberufler: Sie sollten besonders aufpassen, sich nicht zu Projekten zu verpflichten, die Sie nicht wirklich machen möchten. Seien Sie ein bisschen rücksichtslos: Ihre Zeit gehört Ihnen.
  • Es ist normal, dass man erfolgreiche aber auch unproduktive Momente hat. Es ist auch durchaus normal, hin und wieder unter Stress zu leiden, aber allgemein gesprochen sollten Sie ein Gleichgewicht zwischen beidem finden.
  • Wenn Sie Probleme haben, Prioritäten festzulegen, stellen Sie sich selbst die folgende Frage: Was würde ich an einem idealen Tag tun? Was muss ich dafür tun? Vielleicht möchten Sie auch darüber nachdenken und zurückschauen, welche Dinge sich als die für Sie am wichtigsten erwiesen haben.

Bitte bedenken Sie, dass dieser Artikel nur auf einer rein persönlichen Erfahrung basiert und, wie vieles andere, nicht das Maß aller Dinge darstellt. Fühlen Sie sich frei, derselben oder anderer Meinung zu sein und schreiben Sie uns, um uns Ihre Meinung mitzuteilen und wie Sie die Dinge besser machen würden.

 für JobisJob

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